Wie geht Bio?

Bioland-Bewirtschaftung bedeutet nicht nur auf Gentechnik und chemische Dünge- und Pflanzenschutzmittel zu verzichten. Sie fordert, alle natürlichen Möglichkeiten zu nutzen, die Fruchtbarkeit des Ackerbodens zu fördern.
Voraussetzung dazu ist, das Bodenleben zu fördern:
  • keine Gifte für Mikroorganismen, Würmer, Insekten, Pilzen und andere Kleinstlebewesen ausbringen
  • möglichst wenig Bodendruck und keine Bodenverdichtungen verursachen
  • den Boden möglichst flach bearbeiten um die Lebewesen wenig zu stören
  • durch Gründüngungspflanzen den Bodenlebewesen ständig Futter anbieten
  • durch möglichst ganzjährige Begrünung den Boden vor direkter Sonne, Kälte, Erosion schützen
Ein vielfältiges, aktives Bodenleben schließt die im Boden nahezu unerschöpflich vorhandenen Pflanzennährsalze auf, macht sie pflanzenverfügbar und ermöglicht den Pflanzen ein gesundes Wachstum. Den in allen Böden im Mangel befindlichen Stickstoff erzeugen wir selbst mit Hilfe von Leguminosen: Rotklee, Weißklee, Luzerne, Wicke, Erbse.
Eine weitere Stickstoffquelle ist Stallmist von der Schafherde der Bioland-Schäferei Sickinger.
Ein Kooperationsvertrag sichert der Schäferei den Aufwuchs der bäuerlichen Kleegrasbestände, die notwendige Stroheinstreu für den Winterstall und Körner für die Winterzufütterung. Dem Ackerbau liefert sie den Kot der Tiere.
Damit ist über zwei Betriebe ein weitgehend geschlossener Nährstoffkreislauf etabliert, der Nährstoffverluste vermindert, die Abhängigkeit von z.T. importiertem Futter und Dünger vermeidet und über kurze Wege Transportemissionen verringert.

Neben der Förderung des Bodenlebens ist eine vielfältige Fruchtfolge unabdingbar für das Gelingen eines chemiefreien Ackerbaus.
Monokulturen mit ständig den gleichen Nutzpflanzen zerstören die natürliche Bodenfruchtbarkeit und eröffnen Krankheiten und Schädlingen ein leichtes Spiel.
Unser Fruchtfolgeplan sieht so aus:
  • 1. Jahr: Leguminosen: Rotklee, Rotkleegrasmischung oder Weißklee
  • 2. Jahr: Winterweizen, Dinkel oder Roggen mit Weißkleeunterssat/ Zwischenfrucht
  • 3. Jahr: Winterrogen oder Dinkel mit Weißkleeunterssat/ Zwischenfrucht
  • 4. Jahr: Nackthafer, Sommergerste oder Spelzhafer – Gründüngunspflanzenaussaat im August als Zwischenfrucht
  • 5. Jahr: Spelzhafer, Öllein, Gelbsenf, Phacelia odere andere Arten zur Saatguterzeugung - Gründüngungspflanzenaussaat im August
  • 6. Jahr: Gartenkresse mit Untersaat von Rotklee, Rotkleegrasmischung oder Weißklee
Durch Förderung des Bodenlebens und eine artenreiche, abwechslungsreiche Fruchtfolge entstehen wüchsige Pflanzenbestände mit sicheren Erträgen, die sich gegen unerwünschte Konkurrenzpflanzen durchsetzen können. Bei konkurrenzschwachen Saatgutkulturen wie Petersilie, Schnittlauch, Pastinak u.ä. ist allerdings sehr intensives Unkrauthacken mit der Hand und der Hackmaschine erforderlich.


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